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Termine mit Entscheidern statt mit Zuarbeitern
Jonas Dippe · Veröffentlicht am · Aktualisiert am · 4 Minuten Lesezeit
Ein Termin mit einem Entscheider entsteht, wenn drei Dinge zusammenkommen: Sie sprechen mit der Person, die unterschreibt, Sie haben einen Anlass, der gerade jetzt gilt, und Sie fragen nach einem Gespräch statt nach einem Auftrag. Fehlt eines davon, führen Sie ein freundliches Telefonat ohne Ergebnis.
Wer bei Ihrem Zielkunden wirklich entscheidet
Entscheider ist keine Rolle im Organigramm, sondern die Person, die die Unterschrift setzt. In Unternehmen bis rund hundert Mitarbeitenden ist das meist die Geschäftsführung, oft mit einem zweiten Gesellschafter im Hintergrund. Darüber verteilt sich die Verantwortung auf Bereichsleitungen mit eigenem Budget.
Der schnellste Test ist eine Frage an sich selbst, vor dem Wählen: Wer würde diesen Auftrag unterschreiben? Ohne Antwort weiter recherchieren, nicht anrufen.
Der häufigste Fehler ist der fachlich passende Ansprechpartner ohne Budget. Wer Ihr Thema versteht, redet gern mit Ihnen. Das fühlt sich nach einem guten Gespräch an und ist trotzdem kein Termin. Nützlich ist so ein Kontakt an anderer Stelle: Er sagt Ihnen zuverlässig, wer entscheidet.
Der Anlass schlägt das Angebot
Ein Anruf ohne Anlass ist eine Unterbrechung. Ein Anruf mit Anlass ist ein Angebot zum richtigen Zeitpunkt. Der Unterschied entsteht vor dem Wählen, nicht im Gespräch.
Anlässe sind beobachtbar: ein auslaufender Vertrag, eine Ausschreibung, ein neuer Standort, ein Wechsel in der Geschäftsführung, eine neue gesetzliche Anforderung, ein sichtbarer Ausfall. Vieles davon steht öffentlich in Stellenanzeigen, Pressemitteilungen oder auf der Website des Unternehmens.
Praktisch heißt das: nicht „Wir bieten X an“, sondern „Bei Ihnen steht Y an, und dazu wollte ich Sie sprechen.“ Der erste Satz beschreibt Sie, der zweite den Gesprächspartner. Nur der zweite hält jemanden am Hörer.
Am Vorzimmer vorbei heißt: mit dem Vorzimmer
Die Assistenz ist kein Hindernis, sondern die Person, die den Kalender kennt. Wer sie umgehen will, fällt auf und kommt nicht durch. Wer ihr in einem Satz sagt, wer anruft und für wen, bekommt oft die Auskunft, die zählt: wer zuständig ist und wann er erreichbar ist.
Der häufigste Einwand lautet, man dürfe nicht durchstellen. Dahinter steht selten eine Anweisung gegen Sie, sondern eine gegen unklare Anrufe. Klarheit hilft, Umwege nicht: keine erfundenen Rückrufe, kein Verkaufston, keine Fragen ausweichen.
Fragen Sie nach dem Gespräch, nicht nach dem Auftrag
Das Ziel eines ersten Anrufs ist ein Termin, sonst nichts. Wer im Anruf schon verkauft, verlangt eine Entscheidung, für die noch keine Grundlage besteht, und bekommt eine Absage.
Konkret werden hilft. Ein Vorschlag mit Wochentag und Uhrzeit ist leichter zu beantworten als die Frage, ob man sich einmal austauschen wolle. „Passt Dienstag, 10 Uhr?“ bekommt eine Antwort. Und ein Termin mit genanntem Zeitrahmen wird eher gehalten als einer ohne.
Woran Sie erkennen, dass es ein Entscheider-Termin war
Der Kontakt passt zu dem Profil, das Sie vorher festgelegt haben. Ihr Gesprächspartner entscheidet oder hat direkten Einfluss auf die Entscheidung. Er hat dem Gespräch zugesagt, eine Bitte um Unterlagen zählt nicht. Und der Termin steht mit Datum und Uhrzeit fest.
Legen Sie diese Merkmale schriftlich fest, bevor der erste Anruf läuft. Sonst verschiebt sich der Maßstab im Lauf einer Kampagne, meistens nach unten, und am Ende zählt jedes freundliche Gespräch als Erfolg. Wie die Kriterien vor dem ersten Anruf festgelegt werden, steht im Beitrag Was ist ein qualifizierter Termin; wie wir sie in einer Kampagne prüfen, auf der Seite B2B-Terminvereinbarung.
Was das an Zeit kostet
Der Aufwand liegt nicht im Telefonat, sondern davor und danach. Vor dem Anruf steht die Recherche: der richtige Name, die richtige Nummer, ein belegbarer Anlass. Danach steht die Dokumentation, damit der zweite Anruf an den ersten anschließt.
Dazu kommt die Wiedervorlage. Die wenigsten Entscheider sind beim ersten Versuch am Platz, und ein Nein zum jetzigen Zeitpunkt ist kein Nein zur Sache. Wer nach dem ersten Anlauf aufhört, verliert genau die Kontakte, bei denen es sich gelohnt hätte.
Akquise bleibt in kleinen Unternehmen deshalb selten aus Unvermögen liegen. Sie bleibt liegen, weil Recherche, Anruf und Wiedervorlage feste Zeiten brauchen, und die stehen in Konkurrenz zum Tagesgeschäft. Ob Sie diesen Teil selbst übernehmen oder abgeben, ist die Frage im Beitrag Kaltakquise selbst machen oder auslagern.
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